Wenn Qigong für uns nicht nur eine angenehme Auszeit bleiben soll, sondern seine Wirkung in unserem gesamten Alltag entfalten soll, müssen wir auch daran arbeiten. Der erste Schritt ist, daß wir regelmäßig, am besten täglich üben. Der zweite Schritt ist, daß wir kleine Übungen in den Tagesverlauf einflechten. Dies ist nicht zeitaufwendig. Es bieten sich im Laufe eines Tages viele Situationen an, um Qigong zu üben: Wenn wir in der U-Bahn nur einen Stehplatz gefunden haben oder in einer Warteschlange stehen, können wir, ohne weiter aufzufallen, den Qigong-Stand einnehmen, unsere Haltung und den Muskeltonus überprüfen und mit Hilfe der Vorstellungskraft das Qi sammeln und lenken. Wenn das nicht direkt gelingt, ist es nicht weiter schlimm. Es ist schon großer Gewinn, wenn wir in einer Zeit, die wir ansonsten unruhig oder mit großer Ungeduld verbringen, unsere Aufmerksamkeit unserem Körper und Geist zuwenden. Dies ist in jeder Körperhaltung möglich. Auch ist sinnvoll, alle Dinge, die wir tun, mit Aufmerksamkeit und Achtsamkeit zu tun, d.h. bei der Durchführung einer Tätigkeit in Gedanken nicht bereits bei der nächsten oder noch bei einer vorherigen zu sein. Dies hilft uns, die aktuelle Situation nach unseren Möglichkeiten optimal zu gestalten und nicht in der Erwartung des Kommenden oder der Erinnerung an Vergangenes verhaftet zu sein. Denn was wir in solchen "besseren Zeiten" erwarten, ist vor allem eine bestimmte Er-Lebensqualität. Ganz gleich, wie widrig unsere aktuellen Bedingungen sind, selbst wenn wir diese unbedingt verändern sollten, immer ist es wichtig, mit seiner Aufmerksamkeit ganz in der Gegenwart zu sein.